Dave

Seit dem Tag, an dem ich die Tickets fuer das Dave Gahan Konzert in den Haenden hielt, wanderte eine prickelnde Vorfreude mit mir zusammen durch meinen Alltag. Ich hatte seine Platte so oft gehoert, dass es an der Stelle auf der Festplatte meines iPods sicherlich Loecher gegeben hat.

Somit war ich recht gespannt, was mich da erwarten wuerde.

Recht gespannt ist eigentlich ziemlich untertrieben. Ich war zwar nicht nervoes, aber platzend vor Neugier.

Eine erschlagende Nuechternheit machte sich bei mir breit, als wir endlich in der Messehalle Basel standen, super saubere Raeumlichkeiten vorfanden und ein Publikum, bei dem einem irgendwie nix mehr einfiel. Ich hab zwar erwartet, dass der Altersdurchschnitt so um die 30+ sein muesste, aber nicht dass man im Glitzerhemdchen mit Pumps da auftaucht. Da standen zum Teil die superbuenzligsten Schweizer rum, die ich je gesehen hab. Gesprenkelt mit ein paar jungen halbnackten Chicks, ein paar verlassenen Softie-Grufties und ein paar Fashion-Victims.

Das war aber noch nicht genug. Die Vorgruppe war so schlecht, dass ich hier nicht mal deren Namen nennen moechte. Ich stand in der Menge (5. vorderste Reihe) und fragt mich ernsthaft, was ich da eigentlich verloren hatte.

Nachdem meine Mundwinkel mit den Kniekehlen ein Bier geschluerft hatten und meine Laune auch noch grad was bestellen wollte, ging das Licht aus und die Menge fing an zu johlen. Soso …

Schemenhaft huepfte ein Typ in schwarzer Hose und schwarzer Lederweste auf die Buehne und fing an Dirty Sticky Floors zu singen. Das Licht ging an und

*BAM* !!!!!

Als das erste Mal der Refrain kam, guckte Dave neugierig in die Menge und bekam den Refrain von uns um die Ohren gehauen.

Beim 2. Song zog er die Lederweste aus, was die Maedels zum Kreischen brachte (Anmerkung der Redaktion: Dave ist 41).

Mit dem 3. – einem Depeche Mode Song: A Question of Time – verwandelte sich das Dr. Jekyll-Publikum schlagartig in Mister Hyde.

Die Huette bebte!

Das Publikum sang – vor allem bei den Depeche Mode Songs – JEDES einzelne Wort mit!

Von da an war weder das Publikum – noch Dave – noch seine Band zu halten:

Dave klatschte – wir klatschen
Dave huepfte – wir huepften
Dave hielt uns das Mikro hin – wir sangen … ok, auch ohne Mikro :))
Dave schrie – wir jubbelten
Dave schwang die Hueften – die Maedels sabberten
Dave griff sich in den Schritt – *PLOPP*

Dave’s Stimme klang besser als von CD, gemixt mit seiner Art sich zu bewegen, war es ein Augen-, Ohren- und Hormonschmaus der Sonderklasse.

Es gab 2 Zugaben und wir haetten bestimmt noch weitere gefordert, waere nicht das alles sagende Licht angegangen.

Voellig erschoepft verliessen wir den – mittlererweile – verdreckten Saal.

Das Konzert wird irgendwann auf ARTE gesendet.

2 Comments

  1. uh.. ru afraid of comments? 😉 off-topic comment, belonging to the next posting:

    Quite impressive that he managed to dance and sing at the same time!

    are you sure he really did? these kinds of acts usually use playback for dance-intensive parts of the show (within the same song). the show is that professional (no comment 😉 you hardly ever notice a difference between live parts and playback parts.

  2. Not really: Kung-Log decided for me that this post shouldn’t get any comments :))

    Well, he may not have sung all of words of the faster, dance intensive songs as he does on the cd. But because of the slow songs, I’m sure most of it was live, and I’m convinced he can sing very well (better than Robbie for sure).

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