Mettmenalp

Sonntag. 10 Uhr. Bahnhof Ziegelbrücke.

Die Sonne … scheint. Die Frisur … hält … nicht ganz, was Drei Wettertaft verspricht, aber den Kram benutze ich eh nicht. Vielleicht liegts ja da dran?!?

Bis vor ein paar Wochen hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass ich mich um die Zeit in Trekkingschuhen, mit Rucksack und Kletterutensils (aber gottseidank nach wie vor ohne Klappmesser) mit der halben zürcherischen Bevölkerung aus allen Altersklassen auf diesem Bahnhof befinden würde.
Und dann auch noch guter Dinge…wobei… ausgeruht wäre definitiv anders…

Auf dem Zug konnte ich schonmal feststellen, dass ich offensichtlich nicht nur frisuren-, sondern auch brillentechnisch völlig out bin: die älteren Damen im Zug tragen doch genau die gleichen Sonnenbrillen, die ich am Tag zuvor in einem hippen Brillengeschäft an einer der Nebenstrassen Zürichs entdeckte. Vom neuen Designer sowieso (irgendein langer italienischer testosteron geladener Name). Der erste Laden in der Schweiz, der die Werke führt. 450 Stutz. Ich wette, die Damen haben vor 40 Jahren nicht so einen Haufen Klütter liegen gelassen.

Zum Glück hat sich am Bahnhof dann die Menge mit diesen lustigen aufklapp/zusammensetz/ausfahrbaren Ski/Wander/Nordic Walking Stöcken (whatever the f*** that is) von den paar Kletterseil/Express-schleifenden Leuten getrennt. Schliesslich auf der Mettmenalp angekommen, musste ich allerdings feststellen, dass die eine Familie und das Trüppchen Gummihälse aus Stuttgart am gleichen Block wie wir mir schon genug meine Kreise stören

Stuttgart erläuterte in penetrantestem Gequietsche jede Griff/Tritt, der nicht an einen Busgriff oder Treppentritt erinnert. Der 10 jährige Nachwuchs der Familie kreischte an seiner Strecke (5a) im Kanon mit Stuttgart mit, diskutierte die jeweilige Schwierigkeit ausgiebig mit Pappi unten am Seil, aber im Endeffekt hüpfte sie das Teil, was ich eine Runde vorher mit ein bisschen Schummeln, heftigen Adrenalinschüben und leicht helchelnd im Vorstieg überwand, hoch wie das altbekannte Duracell Bunny.
Ich werd definitiv langsam alt…

Und wenn nicht die Leute im Seil rechts und links dann gibt einem definitiv die überaus freundliche Lady an der Seilbahn den Rest. Die kreischt einen schon an, man solle das Billet parat machen, wenn man noch gar nicht in der Station ist…

Somit zum Fazit: nicht auf die Mettmenalp am Wochenende ohne Oropax und Nerven wie Stahlseile!

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